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Von der Geburt des Schrebergartens

Der Arzt Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber hat nie in seinem Leben einen Schrebergarten betreten. Er hatte inspiriert von der deutschen Turnerbewegung in der Mitte des 19.Jahrhunderts in Leipzig verschiedene Ideen zur Kindererziehung mit Bewegung an frischer Luft propagiert

Deutsches Kleingärtnermuseum in Leipzig e. V.

Aachener Straße 7
04109 Leipzig Telefon: 0341-2 11 11 94
Fax: 0341-2 61 86 97

http://www.kleingarten-museum.de/

Drei Jahre nach seinem Tod pachtete 1864 sein Freund der Schuldirektor Ernst Innocenz Hauschild ein Stück Land und lies einen Spielplatz darauf errichten. Darauf der erste Schreberverein zurück. Eigentlich ein Schulverein, der in Zusammenarbeit mit den Eltern seiner Schüler entstanden ist, wollte man ihn aber weder Schul- noch Erziehungsverein taufen und so benannte man ihn zu Ehren des verstorbenen Schreber. Im Jahre 1865 feierte man die Einweihung des ersten Schreberplatzes am Johannapark in Leipzig, einer Spielwiese, auf der Kinder von Fabrikarbeitern unter Betreuung eines Pädagogen spielen und turnen konnten. Bis hierhin hat der Schreberplatz nichts mit Gärten zu tun.

Erst ein Lehrer namens Heinrich Karl Gesell war es, der an diesem Platz Gärten anlegte. Zunächst als weitere Beschäftigungsmöglichkeit für die Kinder gedacht, entwickelten sich die Gärten rasch zu Refugien der Eltern bzw. der ganzen Familie. Aus den „Kinderbeeten“ am Rand des Schreberplatzes wurden „Familienbeete“, die man später parzellierte und umzäunte. Ab jetzt nannte man sie „Schrebergärten“.

Die erste Gartenanlage war entstanden. Schon 1880 schlossen sich die ersten 3 Leipziger Vereine zu einem Verband zusammen. Grundlage waren immer die Säulen Gartenbau und Erholung. Mal mehr Gartenbau und mal mehr Erholung. Gartenvereine findet man außerhalb des inneren Ringes in allen Leipziger Stadtteilen zu Hauf. In den schlechte Kriegs- und Nachkriegszeiten haben sich viele Menschen damit über Wasser gehalten und auch zu DDR-Zeiten bereicherte das Obst- und Gemüseangebot aus den Gärten die Speisezettel der Familien. Begünstigt vom relativ milden Klima und dem fruchtbaren Lösboden der Leipziger Tiefebene waren die Ernten gut und was übrig war konnte auch recht lukrativ verkauft werden. So kam es, dass die Gärten sehr begehrt waren und bis in die 80iger Jahre neue Anlagen entstanden. Nach der Wende standen viele Gärten leer und die Preise für die Parzellen sind stark gesunken. Trotzdem werden die meisten Anlagen überleben, da das Bedürfnis der Menschen Sonne und Luft immer noch weiter bestehen wird.

Die historische Kleingartenanlage „Dr. Schreber“ steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt seit 1996 das Deutsche Kleingärtnermuseum.