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Goethe in Leipzig

Als im Oktober 1765 Johann Wolfgang Goethe 16jährig nach Leipzig kommt, um hier Jura zu studieren, ist das für ihn ein Kulturschock. Er fühlt sich wie der Bauernbursch vom Lande, der in die Großstadt kommt. Aus dem verschlafenen und altväterlichen Frankfurt in eine pulsierenden Metropole des Rokoko. Vom Vater zum Jurastudium befohlen, altmodisch angezogen und dazu auch noch eine Sprache von vorgestern. Das alles ist nicht gerade prickelnd für einen jungen Mann.

Aber Goethe wäre nicht Goethe gewesen, wenn er nicht das beste daraus gemacht hätte. Von Haus aus mit ausreichend Geld versehen, verschaffte er sich zuerst das passende Outfit. Aus den besten bürgerlichen Kreisen stammend und mit den entsprechenden Empfehlungen versehen hatte er natürlich sofort Zugang zur Leipziger High Society.

Ziemlich von sich eingenommen begann ihn das Jura-Studium bald zu langweilen. Vieles wußte er schon durch den Unterricht seines Vaters. Spannender waren da schon Gellerts Literaturvorlesungen. Hier wurde vor allem stilistisch gearbeitet. Nun war aber zu dieser Zeit Gellert auch nicht mehr der jüngste und die Scene waren eher Autoren wie Lessing oder Wieland, von denen war aber in den Vorlesungen nichts zu hören.

Prägender für die weitere Entwicklung Goethes war der Kontakt zu Adam Friedrich Oeser, bei dem er seinen schon in Frankfurt begonnenen Zeichen- unterricht fortsetzte und bei dem er so etwas wie Familienanschluß fand. Oeser ein ausgezeichneter Lehrer, begeisterte Goethe für die Kunst der Antike.

Ein weiterer Freund, der Hofmeister Ernst Wolfgang Behrisch brachte ihn dazu, seine literarische Arbeit fortzusetzen und die vernichtende Kritik Gellerts wegzustecken.

Das alles stand aber im Schatten zu Goethes ersten großen Liebe Anna Katharina („Käthchen“) Schönkopf .

Die neunzehnjährige Tochter des Gastwirtes, bei dem Goethe sein Mittagessen einnahm, war seine große Flamme. Die Beziehung war von vornherein durch die Standesunterschiede belastet und wurde auch von Goethe so gut es ging geheimgehalten, was ihn wie jeden anderen Künstler nicht davon abhalten konnte seine Gefühle künstlerisch auszubeuten. Was zu dem Gedichtband "Anette" führte.

Friederike Oeser

Anna Katharina („Käthchen“) Schönkopf

Nach zwei Jahren, war das Verhältnis zu Käthchen zerüttet, Goethe physisch und psychisch am Ende. Ein Blutsturz hätte ihm fast das Leben gekostet. Friederike, die Tochter Oesers pflegt ihn in dieser Zeit. Genesen kehrt Goethe nach Frankfurt zurück.

Was bleibt ist der Auerbachs Keller, neben dem Harz der einzige reale Ort im "Faust" und

"Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein Klein-Paris und bildet seine Leute!"