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Die fixen Leipziger

Die Leipziger sind ein besonderer Menschenschlag. Jahrhunderte Handel mit allen Teilen der Welt haben hier die Menschen geprägt. Leipzig war schon immer die weltoffenste, bürgerlichste Stadt im Osten Deutschlands, viel offener als Dresden oder auch Berlin. Das war im Mittelalter so, in der Reformationszeit, im Feudalismus, im Kapitalismus, im Sozialismus und wieder im Kapitalismus so.

Damit war der Leipziger immer gezwungen sich schnell an die sich verändernten gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen, "das Ohr immer an der Masse zu haben". Nicht umsonst sind solche tiefgreifenden Umbrüche, wie zum Beispiel die Wende im Osten von Leipzig ausgegangen. In Leipzig gab es schon die Montagsgebete, da wurden in Berlin noch eifrig die roten Fähnchen geschwungen. In Leipzig ging es los und die anderen haben es nachgemacht.

Die Leipziger Messe bot immer die Gelegenheit nebenbei Geld (auch Westgeld) zu verdienen. Der Leipziger war da sehr erfinderisch. Beginnend mit privater Zimmervermietung, über Taxifahren mit dem Privatauto, Messestandsbetreung bis hin zur Gastronomie war alles möglich. Und auch heute noch ist man immer noch für ein Geschäft so nebenbei zu haben.

Die Weltoffenheit der Stadt weckte aber auch das Interesse an anderen Gegenden und Ländern. Fazit: Der Leipziger verreist wahnsinnig gern und wenn die anderen Deutschen irgendwo in der Welt auftauchen, war der Leipziger schon lange da. Deswegen sind für viele Westdeutsche alle Ostdeutschen Sachsen, einfach weil die Leipziger in jeder Ecke als erste da waren.

Es gibt natürlich, wie bei allen Menschen, auch bei den Leipzigern Solche und Solche. Es ist natürlich durchaus möglich, das man auch mal auf einen schlechtgelaunten oder gar bösartigen Leipziger trifft. Aber die Wahrscheinlichkeit, daß so etwas eintrifft ist vergleichsweise gering.